Arbeitsverträge?

Der Arbeitsvertrag regelt die wichtigsten Bedingungen deines Jobs. Wir geben Tipps, was ein Arbeitsvertrag klären sollte und worauf du achten solltest, bevor du unterschreibst.

Bei aller Freude über den neuen Job solltest du den Arbeitsvertrag nicht voreilig unterschreiben, sondern vorher genau prüfen, was drinsteht. “Ein guter Arbeitsvertrag gestaltet nicht nur das funktionierende Arbeitsverhältnis, er sieht vor allem auch die Regeln für den Streitfall vor”, erklärt Michael Felser, Arbeitsrechtsexperte in Brühl. Ein Arbeitsvertrag ist spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses auszuhändigen und von beiden Parteien zu unterzeichnen. Üblich ist, alle Punkte aufzunehmen, die im Laufe des Arbeitsverhältnisses von Bedeutung sein können.

Gehalt

Ein Punkt, der wohl auf Anhieb Aufmerksamkeit weckt, ist das Gehalt. “Wichtig ist, dass nicht nur die vereinbarte Vergütung, sondern auch eine etwaige Erhöhung nach Ende der Probezeit oder eine Anpassung an steigende Lebenshaltungskosten schriftlich fixiert ist”, sagt Stefan Kramer, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Automatisch steigt das Gehalt nur bei tariflich geregelten Verträgen. Bei Verweis auf ein tarifliches Gehalt sollte unbedingt die Eingruppierung genannt werden.

Überstundenregelungen

Auch sollte klar geregelt sein, wann du dazu verpflichtet bist, Überstunden zu machen und ob sie zusätzlich vergütet werden. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Recht, die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche zu verlängern, solange sich das Ausmaß der Überstunden im rechtlichen Rahmen bewegt. In vielen Arbeitsverträgen steht, dass Überstunden mit dem monatlichen Gehalt bereits abgegolten sind. Die genaue Anzahl der Überstunden sollte allerdings ebenfalls im Vertrag angegeben werden. Auch sollte klar geregelt sein, ob Überstunden durch Freizeit ausgeglichen werden können und in welchem Rahmen das vorgesehen ist.

Genaue Stellenbeschreibung einfordern

Auf die Beschreibung der Tätigkeit wird im Arbeitsvertrag meist nicht viel Wert gelegt. Dabei gehört sie zusammen mit der Vereinbarung des Gehalts zu den Hauptbestandteilen. Je verschwommener das Aufgabengebiet festgehalten ist, umso vielfältiger sind die Aufgaben, die Ihnen übertragen werden können. Je genauer Berufsbezeichnung und Tätigkeit umschrieben sind, desto eher können Sie Tätigkeiten ablehnen, die nicht Ihrer Qualifikation entsprechen. Wichtig: Der Arbeitgeber darf nicht ohne Weiteres eine niedriger bezahlte Tätigkeit zuweisen. Stimmt der Arbeitnehmer nicht zu, bleibt ihm nur eine sogenannte Änderungskündigung.

Der Arbeitnehmer schuldet keinen bestimmten Arbeitserfolg. Er ist nur verpflichtet, im Rahmen seiner Fähigkeiten bei angemessener Belastung zu arbeiten. Mitarbeitergespräche sind deshalb besonders wichtig. Ist der Arbeitgeber mit der Leistung des Arbeitnehmers sehr unzufrieden, kann er unter Umständen verhaltensbedingt oder personenbedingt kündigen. Er muss dabei aber den Nachweis führen, dass der Arbeitnehmer über eine längere Zeit wesentlich schlechter gearbeitet hat als ein durschnittlicher anderer Mitarbeiter mit gleichen oder vergleichbaren Aufgaben. Eine solcher Nachweis gelingt nur selten.

 

Eine allgemeine Bezeichnung als Sachbearbeiter sollten Sie konkretisieren lassen. Das können Sie im Arbeitsvertrag aufnehmen oder aber auf eine Stellenbeschreibung Bezug nehmen. Anhaltspunkte für die Beschreibung ergeben sich aus der Stellenanzeige. Im Zusammenhang mit der Tätigkeitsbeschreibung kann Ihr Arbeitgeber auch den Arbeitsort bestimmen.

Im Arbeitsvertrag kann festgelegt werden, dass Sie an verschiedenen Arbeitsorten unter Umständen auch in verschiedenen Städten oder Ländern oder bei anderen Konzerngesellschaften eingesetzt werden dürfen. Falls Sie das nicht wollen, müssen Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln.

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